Wahrscheinliche
Entstehung des Namens :
Im 8. Jahrhundert : Tribunfurt (
Tribun abgeleitet von Triba. Bedeutung : Triebkraft. furt der Bachübergang
).
9. Jahrhundert : Tribunforth
1288 : Tribinford
1300 : Tribinfurth
1409 Trebenfurt ( oder Drybenfurt )
1415 Treybenfurt
1426 Drifenfurt
1483 Trinfurt
1808 Trenfurth
Von ewigem Bestand ist nach Gottes Wille das Gesicht unserer Heimat, mit dem Wasser des Mains, mit den Wäldern des Odenwaldes, mit Berg, Hügel und Tal.
Aus Trennfurt`s Vergangenheit und Gegenwart
Die fruchtbare Gegend des Maines war schon
lange Zeit bevor die Römer bis an den Untermain vordrangen von den Stämmen des
Keltenvolkes besiedelt. Die Ringwälle und uralte Gräberhügel auf den anliegenden
Höhenzügen und zahlreiche Funde von Gebrauchsgegenständen beweisen eine
wechselnde Besiedlung mit Kampf und Verteidigung schon in der vorchristlichen
Zeit.
Die Römer waren in Trennfurt
Im Jahre 69 n. Chr. setzten sich die Römer zum ersten Male in unserer Gegend fest. Sie nahmen das Land des Keltenstammes der Cabier auf der linken Mainseite in Besitz und errichteten zum Schutze ihres eroberten Zehntlandes den gewaltigen Grenzwall, welcher von der Donau bis zum Rhein zog. An der "nassen Grenze" lagen eine Anzahl Kastelle. Unter Kaiser Domitian (31-96) wurde dieser Grenzwall begonnen und verlief dem Main entlang bis Wörth. Von hier begann die so genannte Mömlinglinie, die über die Odenwaldhöhen hinüber ins Neckartal führte. Unter Kaiser Trajan (98-117) wurde die Verteidigungslinie vorverlegt, indem die Mainlinie bis Miltenberg weitergeführt wurde.
Manche Historiker glaubten, daß Trennfurt
nach diesem Kaiser Trajan benannt wurde, der als einer der vortrefflichsten und
gütigsten römischen Herrscher galt. Im 9. Jahrhundert und 1288 heißt es in
Urkunden Tribunforth und Tribinford. Nichts haben diese beiden edlen Namen mit
Trajan zu tun. Die Römer freilich, die waren in Trennfurt. Sie bevorzugten den
seichten und schmalen Übergang über den Main bei Trennfurt. Nach einem Bericht
von Pfarrer Zöller aus Wörth im Jahre 1771 soll in der inzwischen abgebrochenen
Kirche ein Neptunsbild gewesen sein, das den Oberfahrenden zum Schutze dienen
sollte.
Ein Stein erzählt
Schon im 18. Jahrhundert galt Trennfurt als Stelle einer militärischen Anlage der Römer. Damals wurde außer verschiedenen römischen Münzen ein den Gottheiten Jupiter, Silvan und Diana von Angehörigen der 22. Legion gewidmetes Steindenkmal gefunden. Dieser Votivstein steht heute in dem Vorraum der Kirche und ist das einzige Schriftzeugnis dieser Limesstation. Die Inschrift ist durch ungünstige Einflüsse größtenteils erloschen, kam aber beim Auffinden des Denkmals zum Abdruck. Nach vielen Auslegungen, Vergleichen, Ergänzungen, lautet die aufgelöste Inschrift übersetzt folgendermaßen:
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Daß dieser Stein dem Silvan und der Diana geweiht ist, dürfte mit dem Wald- und Wildreichtum zusammenhängen, der für die Trennfurter Gegend in der römischen Zeit anzunehmen ist. Neuere Forschungen ergaben 1952, daß es sich in Trennfurt um das Lager einer Pioniereinheit der 22. Legion handelte. Die Soldaten waren hier mit Holzarbeiten beschäftigt.
In Trennfurt bestand die Sage, daß der Ort
in grauen Zeiten einen weit größeren Umfang und eine Stadt mit dem Namen
Dreieinfurt gewesen sei. Besonders wurde das unterhalb des Dorfes, zwischen der
Landstraße und dem Damm der Eisenbahn gelegene Land als das Gelände bezeichnet,
in welchem mehrfach unterirdisches Mauerwerk angetroffen worden sei. Die im
Jahre 1883 durch den Kreisrichter a. D. Conrady im Auftrag der
Reichs-Limes-Kommission angestellten umfangreichen
Nach glaubhaften Nachrichten diente früher das Gelände zwischen dem Main und der Landstraße dem Weinbau. Es besteht also die Möglichkeit, daß bei der sehr tiefgehenden Bearbeitung des Bodens die erfahrungsgemäß seichten Fundamente römischer Zivilbauten wohl beseitigt wurden.
Die breite Heerstraße, die die Kastelle
miteinander verband, zog ungefähr 200 m im Rücken des Kastells vorbei und
verlief größtenteils in gerader Richtung von der Au unterhalb Wörth bis zur
Mündung des Springbaches (Kapelle - alte Straße). Es ist wahrscheinlich, daß
zwischen dem
Das Gemeindewappen berichtet
Wie anderwärts dürften auch hier die Franken späterhin den römischen Wohnplatz besiedelt haben. Der Ort Trennfurt teilte im großen und ganzen das Schicksal der Städte Klingenberg und Wörth, denn er lag stets im Schatten des viel bekannteren Städtchens Klingenberg und gehörte bis in die neuere Zeit zur Pfarrei Wörth. Das Siegel oder Wappen ist gewöhnlich der Stolz einer Gemeinde, eines Marktes, einer Stadt, denn aus dem Wappen spricht ein Stück Vergangenheit. Seit 1939 bemüht sich Trennfurt um die Verleihung eines Wappens, nachdem es nachweisbar um 1800 Urkunden noch mit einem eigenen Siegel versah, aber seit einem Jahrhundert keines mehr besaß. Die Gemeinde Trennfurt machte auf Grund vieler Ermittlungen und archivarischen Forschungen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs den Vorschlag, folgendes Wappen zu genehmigen, was auch 1951 durch das Innenministerium geschah:
Im geteilten Schild befindet sich oben auf rotem Grund das silberne (weiße) Mainzer Rad, unten auf silbernem (weißem) Grund zwei rote Balken, das Wappen der Herren von Breuburg. Ferner drei Sterne in Erinnerung an das ehemalige Gemeindesiegel und zu Ehren der Kirchenpatronin von Trennfurt."
Trennfurt gelangte 1253 in den Besitz der Herren von Breuburg, die das Dorf als Lehensvasallen der Erzbischöfe von Mainz über 200 Jahre beherrscht haben. Im Jahre 1300 versprachen Berlach und sein Sohn Eberhard, Herren von Breuberg, dem Rektor der Kirche von Werde (Wörth), daß er den Zehnt von Tribinfurth (Trennfurt) erheben dürfe. Bereits im 13. Jahrhundert hatte die Mainzer Kirche auch Besitzungen in Trennfurt. Im Jahre 1483 kam Trennfurt mit Wörth an Mainz und gehörte von 1472 - 1527 zum Klingenberger Zehntgericht. Verpfändungen, Verleihungen und Wechsel der territorialen Zugehörigkeit erlebte es in den folgenden Jahrhunderten mehrfach. Im Reichsdeputationshauptschluß 1803 wurde der Mainzer Kurstaat zertrümmert. Das Dorf Trennfurt kam mit der Stadt Wörth nicht an das neugegründete Fürstentum Aschaffenburg, sondern gehörte zum fürstlich Löwensteinisch-Wertheimischen Amt Kleinheubach. Durch den rechtsrheinischen Bundesvertrag 1806 kam das Amt Kleinheubach und somit auch Trennfurt an Hessen. Noch im gleichen Jahr kam es an Baden und 1810 wieder an Hessen. 1814 ging das linke Mainufer von Miltenberg bis Wörth von Hessen an Bayern über. Die Wertheim-Rosenberg-Linie mit dem Amt Kleinheubach behielt aber die Justiz und Polizeirechte bis 1849. In diesem Jahre wurde Trennfurt dem Landgericht Miltenburg zugeteilt und kam 1857 an den Landgerichtsbezirk Klingenberg.
Im Zuge der archivarischen Forschungen fand
man heraus, daß Trennfurt nachweisbar um 1802 als Siegel das Bildnis der Maria
Magdalena benutzt hat. Lackabdrücke fand man wiederum später auf Urkunden aus
dem Jahre 1748. Sie zeigten die hl. Magdalena mit langwallendem Haar, in der
Rechten das Salbgefäß, die Linke ausgestreckt, begleitet von 3 Sternen über dem
Haupt und zu beiden Seiten. Die Unterschrift lautete: "(S.M.) Aria Magdal(en)a
in Trennfurt.
Barockkirche auf historischem Boden
Unter dem Mainzer Kurfürsten Johann
Friedrich Karl von Ostein, dessen Steinwappen heute noch das Hauptportal
schmückt, wurde die Kirche gebaut und am 4. September 1755 eingeweiht. Es war
eine schlichte, verhältnismäßig kleine Barockkirche mit einem wuchtigen, alles
überragenden Zwiebelturm, für die die Zivilgemeinde beachtliche Opfer brachte.
9063 Taler wurden aus Holz-, Wein- und
Vom Bauerndorf zur Industriegemeinde
Trennfurt ist seit Jahrhunderten ein stattliches Bauerndorf gewesen. Um 1800 wohnten in 121 Häusern 916 Einwohner. Sie ernährten sich zum größten Teil vom Wein-, Obst-, Hanf- und Ackerbau. Es bestanden mehrere Sandsteinbrüche, sowie 2 Ölmühlen, die durch Pferdekraft angetrieben wurden. Mit der Erbauung der Albertwerke stieg die Einwohnerzahl. Im Jahre 1912 lebten in Trennfurt 1208 und 1939 waren es 1298 Einwohner. Sprunghaft war die Zunahme nach dem letzten Krieg, so daß die Einwohner 1950 1837 betrugen, und heute sind 2146 Menschen registriert. Die Gemarkungsfläche ist durch die Jahrhunderte gleich groß geblieben. Davon sind 393 ha Wald und 476 ha Feld und Wiesenland. In der guten alten Zeit unserer Großeltern konnten die Trennfurter alle von der Landwirtschaft leben. Das ist gründlich anders geworden, aus dem Bauerndorf wurde eine Industriegemeinde. Da Trennfurt an der wichtigen Maintalstraße liegt, und seit 1876 die Eisenbahnlinie vorbeiführt, gründete bereits 1899 Kommerzienrat Heinrich Albert hier die damalige Tonindustrie AG Klingenberg". Im Laufe der 100 Jahre seines Bestehens erlebte der Betrieb eine bewegte Geschichte. Die beiden Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise zu Beginn der dreißiger Jahre hatten Einschränkungen und Stilllegungen zur Folge. Aber eine umsichtige und tatkräftige Leitung half dem Unternehmen immer wieder auf die Beine und führte es zu neuem Aufstieg. Die Tone von Klingenberg und Schippach gaben den Anstoß zur Gründung, haben sich für die Produktion aber als nicht geeignet erwiesen, weshalb die Rohstoffe zum Teil aus erheblicher Entfernung herangeschafft werden müssen. Im Zuge der allgemeinen Rationalisierung und Anpassung an die neuen wirtschaft lichen Gegebenheiten nach dem Kriege wurden die Fertigungsanlagen von Grund auf erneuert. Aus einer Mischung der Rohstoffe werden im Trockenpreßverfahren Rohfließen hergestellt, die dann in Tunnelöfen bei ca. 1200 Grad Celsius gebrannt werden. Dabei erhalten die überall bekannten keramischen Erzeugnisse ihre Unverwüstlichkeit und die Schönheit ihrer Farben. Seit 1960 befindet sich die Armaturen- und Manometerfabrik Alexander Wiegand in Trennfurt. Im Jahre 1946 wurde unter schwierigsten Bedingungen in Klingenberg eine Manometerfabrik gegründet. 1953 erfolgte die erste Erweiterung am Bergwerk.1957 errichtete man Zweigbetriebe in drei gemieteten Räumen in Trennfurt, u. a. auch in den leeren Räumen der Volksschule. Das rasche Aufwärtsstreben und die notwendigen Rationalisierungsmaßnahmen machten einen Fabrikneubau nötig. Auf einem 4 ha. großen Werksgelände entstand 1961 die große Werkshalle und 1965 waren auch die neuen Verwaltungs-, Versand- und Sozialgebäude fertig gestellt. Das Fertigungsprogramm umfasst außer den herkömmlichen Druckmeßgeräten auch Spezialgeräte, die zur Regelung und Steuerung von hochwertigen Betriebsanlagen eingesetzt werden. Die Zahl der Beschäftigten ist von Ende 1946 (10 Personen) auf ca. 600 im Jahre 1968 angewachsen. Die Erzeugnisse tragen den Namen WIKA in alle Welt hinaus. Diese industrielle Entwicklung mit den beiden Hauptwerken brachte mit sich, daß in den letzten Jahren gerade die Bautätigkeit in der Gemeinde sehr rege war. Mehr als die Hälfte der Bewohner Trennfurts lebt heute in Neubauwohnungen. Das Dorf hat gründlich sein Gesicht verändert. Neben den Neubauwohnungen wurden auch öffentliche Projekte von Bedeutung verwirklicht. Die Kirche wurde 1951 wesentlich erweitert und umgestaltet, 1956 zog die Schuljugend in das neue Volksschulgebäude ein, das Pfarrheim konnte erstellt werden und der Turnverein erweiterte seine Turnhalle. Die Gemeinde hat die Kanalisation bis in das letzte Haus gelegt, den ganzen Ort mit Wasser und Strom versorgt und in den letzten Jahren viele Straßen ausgebaut. Die Ortsdurchfahrt wurde ausgebaut und das bäuerliche Dorfbild in der Hauptstraße hat sich durch das Freilegen von Fachwerkhäusern schöner gestaltet. Wenn Trennfurt an historischen oder bemerkenswerten Bauwerken auch recht arm ist, so bietet es dem fremden Besucher dennoch eine Reihe schöner Dorfbilder. Mit Recht kann man es als ein typisches fränkisches Maindorf bezeichnen.
Alle Angaben aus der Festschrift : 60 Jahre Turn-Verein 1908 Trennfurt e. V.